biennale_venecia_arsenale_roberto_cuoghi_3

Inspiration in der Lagune

grafikatelier Erinnerungen, Inspiration, Kunst

Kurztripp nach Venedig. Wir waren auf der Biennale und haben uns von der vielen Kunst inspirieren lassen – es lebe die Kunst

„Viva Arte Viva“ – der Titel der 57. Biennale sagt schon alles. Sie ist ein Kunstrausch – ein volllkommenes Fest für Augen und Sinne. War es doch dieses Mal besonders spannend zu sehen, wie die Biennale im Vegleich zur diesjährigen documenta abschneiden wird. Mit zwei Worten: Viiiel besser!
Im Arsenale und in den Giardini gab es viel zu entdecken, zahlreiche Parallelausstellungen, die „Collaterali“, erweiterten die Schau, und „Fondazioni“ und Museen ergänzten den Venedig-Tripp mit spektakulären Ausstellungen.

Hier nun eine kleine Auswahl unserer ganz persönlichen Highlights:
Die raumgreifende Installation „Imitazione di Cristo“ des italienischen Künstlers Roberto Cuoghi war für uns das ergreifendste Kunstwerk der Biennale. Cuoghi produziert lebensgroße Christusfiguren aus organischen Materialien, die in einen ­Dehydrierofen gesteckt werden und sich langsam zersetzen. Unterschiedliche Stadien des Verfalls hängen an der Stirnseite des Raumes, der wie ein riesiges Versuchslabor wirkt – bewegend, bedrückend und verstörend.

Das Anstehen und Warten hat sich gelohnt – um die preisgekrönte Performance „Faust“ von Anne Imhof im Deutschen Pavillion zu erleben, mussten wir Geduld aufbringen. Der durch Glasböden geteilte Raum ist faszinierend, die Tänzer bewegen sich zwischen, über und unter den Besuchern, die dabei Teil der sehr bewegenden Performance werden.

Leicht und humorvoll dagegen die sozialen Skulpturen von Erwin Wurm im Österreichischen Pavillion. Da darf sich der Besucher auf Koffer stellen, seine Arme und Beine durch verschiedenste Öffnungen in einem Wohnwagen stecken und wird so Teil der Installation.

Ein weiteres Highlight war die Ausstellung von Jan Fabre „Glass and Bone Sculptures 1977–2017“. Leben, Tod, Schönheit und Ewigkeit sind die Themen der Skulpturen aus Glas, menschlichen oder tierischen Knochen. Wie schön, dass diese Eventi Collaterali kostenfrei sind, und wir Fabre am nächsten Tag ein zweites Mal besuchen konnten.

Der krönende Abschluß war die von Axel Vervoordt kuratierte Ausstellung „Intuition“ im Palazzo Fortuny –eine atmosphärische Schau über das Unbewusste in der Kunst.

„Imitazione di Cristo“ des italienischen Künstlers Roberto Cuoghi



”Faust“ von Anne Imhof im Deutschen Pavillion



Kurt Neubauer als Mitmachskulptur unter einer Lampe von Erwin Wurm



Wand und Kunst aus einem Guss … und beides passt perfekt zusammen. (Palazzo Fortuny)

Jan Fabres Glaskreuz mit dem Skelett einer Schlange